32 Tage waren wir auf der Intensivstation

32 Tage waren wir auf der Frühchenintensivstation. Ich fühlte mich von Tag zu Tag sicherer, ich wusste wo ich hinmusste, das Desinfizieren wurde zu einer Routine und ich bekam immer mehr Sicherheit u. a beim Wickeln der Jungs. Fast jeden Morgen als ich auf die Station kam, war die Physiotherapeutin da. Nora war super, ich mochte sie sehr und habe mich immer gefreut, sie zu sehen. Ich pumpte ab und schaute ihr zu, wie sie die Physiotherapie bei den Jungs machte. Vielen Dank dafür liebe Nora!

Tom war weiterhin am CPAP und auch noch im Brutkasten. Er brauchte noch etwas mehr Zeit, aber er war ja auch bei der Geburt eine ganze Ecke kleiner als sein Bruder.

22. Dezember 2017 durfte ich das erste Mal mit beiden Kindern auf der Brust kuscheln. Die ersten Tage war es schwierig, weil die CPAP Schläuche zu kurz waren. Es ist heute kaum mehr vorstellbar, dass die Jungs so klein und zart waren.

Die Tage vergingen und Nico lag jetzt auch schon im Wärmebettchen. Das war unglaublich, als ich den Raum betrat und er nicht mehr im Brutkasten lag. Zum ersten Mal sah ich eines meiner Kinder so richtig. Ich konnte ihn viel besser streicheln und beobachten. Er hatte einen Strampler an und sah aus wie ein „richtiges Baby“. Es war einfach so niedlich und ich war so Stolz!!! Ich liebte den Anblick und spürte die Mutterliebe das erste Mal. Oder vielleicht ließ ich sie das erste Mal zu. Nico war jetzt auch schon ohne CPAP, er hatte nur noch eine leichte Atmungsunterstützung, eine High-Flow-Brille. Hier wird permanent leichte Luft in die Nase geströmt, dass erleichtert das Atmen.

Nico war also schon relativ stabil und deshalb überlegten die Ärzte ihn auf eine andere Station zu verlegen, weil die Betten auf der Intensivstation auch sehr knapp waren. Das war ein Moment, wo ich wirklich Panik hatte und richtig im Stress war. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil ich mir darüber Gedanken machte, wie ich das meistern soll, wenn die Jungs in getrennten Räumen sind. Die Frühchenstation in Altona ist so, dass man von der Elternschleuse rechts zur Intensivstation geht und links zur Überwachungsstation. Ich hätte also von der Intensivstation zur Überwachungsstation immer hin und her pendeln müssen. Das war für mich unvorstellbar. Ich dachte immer und immer wieder, wie soll ich den Kindern dann noch gerecht werden. Meine Routine war jetzt, vormittags mit beiden Jungs auf der Brust zu kuscheln, dann machte ich eine Pause und am Nachmittag hatte Lars und ich jeweils noch einmal einen auf der Brust. Der Gedanke, die Jungs zu trennen, war für mich der Horror. Zum Glück kam es nicht dazu und wir durften zusammenbleiben. Ich glaube, das hatte ich den Krankenschwestern zu verdanken. Sie haben sich dafür eingesetzt, dass sie nicht getrennt werden. Ich war so erleichtert.

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