4 Tage seit ihr nun auf der Welt

Seit der Geburt waren 4 Tage vergangen. Dass sich das Leben nach der Geburt verändert war mir klar, aber so hatte ich es mir nicht vorgestellt. 

Ich schlief also die „letzte“ Nacht zu Hause und packte meine Sachen, damit ich ins Ronald-Haus einziehen konnte. Ich verabschiedete mich von meinen Katzen und erzählte ihnen, dass ich jetzt erstmal eine Zeit lang nicht zu Hause bin.

Bei jedem Besuch auf der Intensivstation musste ich klingeln und mich anmelden. „Hallo, hier ist die Mutti von Nico und Tom“. In der Elternschleuse legte ich meine Jacke und Tasche ab und desinfizierte meine Hände und Unterarme. Bevor ich das Zimmer der Babys betrat, musste ich mir die Hände wieder desinfizieren und eigentlich immer, wenn man die Babys anfasste und vorher etwas anders berührt hatte. Wir achteten akribisch auf unsere Handhygiene, weil nichts wäre schlimmer, als wenn wir unsere Babys mit irgendeinem Keim anstecken würden. 

Heute kuschelte Lars mit Nico und ich mit Tom. Wir versuchten die Jungs so lange wie möglich auf unserer Brust zu haben. Lars hatte Nico für 3 Stunden auf seiner Brust. Ich kuschelte mit Tom für ca. 2 Stunden. Es war wirklich eine Herausforderung für mich, 2 Stunden ruhig dazuliegen und vor allem nicht aufs Klo zu können. Wir gewöhnten uns an, vorm Kuscheln nicht mehr so viel zu trinken, damit wir die Kinder möglichst lange auf der Brust behalten konnten. Es fiel mir aber trotzdem schwer, so lange dazuliegen, ich hatte wirklich Hummeln im Arsch und musste mich zwingen zur Ruhe zu kommen. 

Die Ärzte waren sehr zufrieden mit den Jungs. Sie waren stabil. Ab und an hatten sie einen langsamen Herzschlag (Bradykardie, nannte die Schwester das), aber damit musste man, wegen der Unreife der Jungs, rechnen. Beim Kopfultraschall war auch alles ok, also es gab keine Hirnblutungen oder irgendwelche Auffälligkeiten. Es lief sehr gut für uns und die Jungs. 

So ein langsamerer Herzschlag war manchmal schon ziemlich doof, weil die Geräte dann anfingen rot zu blicken und ROT ist nicht gut. Genau das Gleiche passierte, wenn die Atmung langsamer wurde, die Geräte blickten rot. Meist wurde erst die Atmung langsamer und dann sackte der Herzschlag ab. Die Schwestern waren dann immer sofort zur Stelle und stimulierten die Babys durch Reiben auf dem Rücken. Wenn das nichts half, wurden die Kinder hochgehoben und etwas „gröber“ gestreichelt. Das Atmen ist anstrengend für die Kleinen und dazu kommen noch die ganzen neue Eindrücke, da wird das Luft holen von den Kleinen manchmal einfach vergessen. 

Für uns Eltern war das natürlich eine Katastrophe. Aber ich dachte, so lange die Schwestern nicht in Panik verfallen, wird es halb so schlimm sein. Ich versuchte wirklich zu vertrauen und in solchen Situationen so wenig Panik wie nur irgendwie möglich in mir aufsteigen zu lassen.

Die ersten Tage auf der Welt sind für die Babys, glaube ich, schon am krassesten. Sie müssen mit der Schwerkraft klarkommen. Selber Atmen, Essen, Verdauen, die ganzen Geräusche. Es sind so viele neue Dinge die die Babys verarbeiten müssen. Deshalb nehmen Neugeborene nach der Geburt auch ab. Bei Tom und Nico war es auch so. Tom wog nach ein paar Tagen nur noch 580 g. Man sagt, dass 10% Gewichtsabnahme ok sind. Tom war etwas drüber, aber wir machten uns trotzdem keine Sorgen, weil er das schon schaffen würde. 

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.