An sich und seine Bedürfnisse denken

Bei Freunden und Bekannten hatte ich immer wieder erlebt, dass sie die Nachricht, dass sie Eltern geworden sind gleich per WhatsApp verbreitet hatten. Es ist ja auch verständlich. Man ist überglücklich, Stolz und voller Liebe und möchte es mit der ganzen Welt teilen. 

Mir war irgendwie überhaupt nicht danach, all meinen Freunden und der Familie mitzuteilen, dass ich schon Mama geworden bin. Ich musste erst einmal selber klarkommen und verstehen, dass ich jetzt zwei Jungs habe. Irgendwie war ich auch nicht bereit für die Fragen wieso, weshalb und warum die Jungs schon da sind. Dafür hatte ich keine Kraft. Ich wusste natürlich, dass meine Familie und Freunde es auch nur gut gemeint hätten, aber ich hatte einfach nicht den Kopf frei, um mich damit auseinanderzusetzen. Deshalb entschieden Lars und ich uns dafür, nur unseren Eltern und einer Handvoll Menschen zu schreiben, dass die Kinder bereits da sind. 

Mit unseren Eltern vereinbarten wir, dass sie die Familie informierten sollten. Ich habe meine Eltern aber auch darum gebeten, dass mich bitte niemand anrufen soll. Wenn ich das so aufschreibe, klingt das irgendwie so kalt und unnahbar. Aber in dem Moment hat es sich genau richtig angefühlt. Ich war sowieso die meiste Zeit bei den Kindern und war froh, wenn ich aus dem Krankenhaus raus war, um etwas durchzuatmen. Wenn ich dann noch WhatsApp Nachrichten und Anrufe gehabt hätte, wäre es mir einfach zu viel gewesen. Ich baute mir eine eigene kleine Welt auf, in der ich so gut es ging funktionierte, um weiterhin positiv denken zu können Und das funktioniert auch!

Ich versuchte von Anfang an die Zeit außerhalb des Krankenhauses zu nutzen, um durchzuatmen, Energie zu sammeln und an mich und meine Bedürfnisse zu denken. Das kann ich auch jeder Frühchen-Mama und auch jeder anderen Mama raten. Auch wenn es noch so schwer ist, es ist so wichtig auch an sich zu denken. Ein Spaziergang, wo man einfach tief durchatmet, die Hilfe die man sich von Eltern oder Freunden holt, die Dusche wo man einfach mal die Augen schließt und die Welt um sich herum vergisst. 

Ich habe z. B. die Zeit beim Abpumpen der Muttermilch für eine kurze Meditation genutzt bzw. für positive Gedanken. Ich habe an Liebe, Gesundheit, Kraft und Wachstum gedacht und dabei tief ein- und ausgeatmet. Natürlich sind mir oft auch Millionen andere Gedanken durch den Kopf geschwirrt, aber oft hat es funktioniert und ich konnte für kurze Zeit loslassen.

Den Tipp mit der Meditation hatte ich übrigens von einer anderen Frühchen-Mama. Danke liebe Kristin!!!

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