Das Leben als Frühchenmama

Ich versuchte mich so gut wie es ging an die neue Situation zu gewöhnen. Ich schlief die meiste Zeit alleine im Ronald McDonald Haus. Lars fuhr fast jeden Abend nach Hause, weil wir zwei Katzen haben, die wir nicht vernachlässigen wollten. 

Ich versuchte mir eine Routine anzugewöhnen. Ich konnte die 600m zur Frühchen Intensivstation zu Fuß laufen und nutzte diese Zeit um Tief durchzuatmen. Ich war zwischen 8:00 und 9:00 Uhr auf der Station. Nach der ganzen Desinfektionsprozedur pumpte ich meist als erstes Milch ab. Das konnte man auf der Station direkt bei den Babys machen. Oft war es so, dass die Jungs schliefen, ich deckte dann eine Seite der Abdeckung des Inkubators hoch und schaute meine Jungs an. Das soll den Milchfluss anregen, wenn man seine Babys sieht. Ich konnte mich über zu wenig Milch nicht beschweren. Nach dem Abpumpen, desinfizierte ich die Milchpumpe und entsorge die Pumpsets. Auf der Intensivstation wird das Meiste nur einmal benutzt und danach entsorgt. Es war wirklich erschreckend, wie viel Müll man dort produziert. 

Nach dem Abpumpen gab es eine Versorgungsrunde, d.h. wir wickelten die Jungs, zusammen mit einer Schwester. Die Schwester säuberte die Schläuche am Mund und nahm das CPAP ab, um die Nase zu reinigen, wenn diese verschmutzt war. Das Wickeln klappte von Tag zu Tag besser. Wir verloren immer mehr die Hemmung unsere Kinder anzufassen, wobei wir sie noch nicht hochgehoben hatten. Die Schwestern waren immer da und gaben uns die Kinder zum Kuscheln raus und legten sie nach dem Kuscheln auch wieder in den Inkubator. Die Schwestern ermutigten uns, stärkten uns den Rücken und führten uns mit einer Engelsgeduld an die „Aufgaben“ als Frühcheneltern heran.

Die Krankenschwestern waren echte Meisterinnen beim Nestbauen für die Babys. Sie wickelten und faltenden die Handtücher liebevoll um die Kinder herum, um eine bequeme Lagerungsposition zu erschaffen. Ich staunte immer Bauklötzer und war überfordert mit der ganzen Falterei.

Ich kann es nur noch einmal schreiben, es war so unglaublich, wie liebevoll die Krankenschwestern ihren Job machten. Auch bei extrem hohem Stress, hatte ich nie das Gefühl, dass die Schwestern genervt von uns waren. Wir durften immer mit den Kindern kuscheln, wir wurden immer unterstützt und unsere Fragen immer beantwortet. Hier nochmal ein großes Dankeschön!

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