Umzug auf die Überwachungsstation (IMC)

Und dann plötzlich war der Tag gekommen und wir wurden auf die IMC verlegt. Die IMC ist die Überwachungsstation. Das war der erste Schritt Richtung nach Hause. Aber so fühlte es sich nicht an. Ich wusste, dass es bald so weit sein wird, dass wir die Station wechseln, aber als es dann passierte, war ich doch überrascht und wehrte mich innerlich dagegen. Ich hatte mich so gut an die Umstände auf der Intensivstation gewöhnt. Man kannte die Schwestern, den Ablauf und war schon eingefahren und jetzt auf einmal wieder alles neu!?

Wenn die Babys auf die IMC Station kommen heißt das, dass sie „nur“ noch an Gewicht zunehmen, selber trinken lernen und die Temperatur halten müssen. Tom musste außerdem noch lernen ohne High-Flow zu atmen. Es lag also noch ein langer Weg vor uns. Aus der Flasche hatten die Jungs bisher noch nie getrunken. Sie wurden weiterhin über die Magensonde ernährt.

Ich hatte Nico schon einmal an meine Brust angelegt, aber nach einer Minute ist er wegen Erschöpfung eingeschlafen. Ich erinnere mich daran, dass dieser Moment, als ich ihn das erste Mal an die Brust legte, magisch war. Ich war wiedermal so erstaunt von der Natur. Wir haben ihn nur in die Nähe meiner Brustwarze gelegt und er hat sofort angefangen zu saugen. Es ist irre, wie er das wusste. Außerdem war es so geil, weil meine Brüste so riesig waren *hust* und dann lag da dieser Mini Kopf von Nico… das war schon echt ein Ding.

Auf der IMC Station war ich am Anfang total geschockt, in den Räumen lagen wir zu viert. Es war viel lauter als auf der Intensivstation und es waren natürlich auch komplett andere Krankenschwestern. In der Situation musste ich mich das erste Mal zusammenreißen, um nicht loszuheulen. Ich wollte mich ja auch nicht aufregen, weil ich wusste, dass es nichts mit der Station zutun hat, sondern einfach deswegen, weil ich mich schon so sicher auf der Intensivstation gefühlt habe und dort wieder rausgerissen wurde. Schwester Annette, die Stillberaterin, war an diesem und auf den darauffolgenden Tagen oft bei mir und fragte, wie es mir geht. Es hat mir so viel geholfen, dass sie gefühlt immer da war, wenn man Probleme hatte und sie sich Zeit genommen hat. Tausend Dank dafür!

Es war natürlich so, dass die Schwestern auf der IMC genau so nett waren und alles Menschenmögliche für die Babys taten. Ich habe deshalb auch nur einige Tage gebraucht, um mich an die neue Umgebung und die neuen Abläufe zu gewöhnen.

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