Yippeeh! Ich wiege heute 1000 g

Mittlerweile fühlte ich mich auf der Intensivstation richtig sicher und hatte das Gefühl, dass ich wusste, was ich tat. Wir waren sogar schon soweit, dass ich Nico oder Tom auf die Brust von Lars legte. Eine Schwester war aber immer mit dabei. Oh mein Gott, ich hielt wirklich meinen Sohn in meinen Händen. Wir waren auch noch entspannter, wenn die Monitore mal wieder blinkten und piepsten. Wir stimulierten die Kinder am Rücken, wenn wir bemerkten, dass sie mal wieder vergessen zu Atmen. Auch hier war es natürlich so, dass eine Krankenschwester immer ein Auge darauf hatte.

Alle zwei oder drei Tage wurden die Kinder gewogen. Wir warteten immer noch drauf, dass Tom endlich die 1000 g knackt. Und was soll ich sagen? Am 6. Januar 2018 war es soweit und es stand 1000 g auf der Waage. Ich bin fast geplatzt vor Stolz. Wenige Augenblicke später kam die Schwester mit einem grünen Luftballon ins Zimmer „Yippeeh! Ich wiege heute 1000 g“ stand auf dem Ballon. Ich war wieder so berührt von der Empathie der Schwestern, dass ich gar nicht wusste, was ich sagen sollte.

Leistenbruch

Leider wurde später bei Tom ein Leistenbruch (Leistenhernie) festgestellt. Bei jedem Wickeln schauen die Schwestern sich die Babys an und überprüften, ob alles in Ordnung war. Wenn sich die Schwestern bei irgendwas unsicher sind oder ein komisches Gefühl haben, halten sie Rücksprache mit dem Arzt/Ärztin. Mir hat das immer ein gutes Gefühl gegeben. Bei dem Leistenbruch war es ähnlich. Die Schwester sagte, dass sie vermutet, dass es ein Leistenbruch ist, aber ein Arzt/Ärztin sich das nochmal anschauen würde.

Die Ärztin bestätigte wenig später die Vermutung. Der Leistenbruch musste auf jeden Fall operiert werden. Da es sich um einen großen Leistenbruch gehandelt hatte, war die Gefahr gering, dass der Darm eingeklemmt wird.

Das Gefühl ist zum Kotzten, wenn man weiß, dass sein Baby operiert werden muss. Ich wusste, dass es ein Routineeingriff ist, aber für uns Eltern ist das alles Neuland und man fühlt sich wie in einer Achterbahn, wo man nur so hin- und her geschleudert wird.

Der Leistenbruch wurde bei jeder Versorgungrunde angeschaut und der Darm, der sich immer nach außen geschoben hat, wieder vorsichtig reingedrückt. Zum Glück hatte Tom keine Schmerzen und schaute interessiert von links nach rechts. Ihm hat es nichts ausgemacht, dass jemand an dem Leistenbruch rumgefummelt hat. Das hieß für mich, dass mein Engel keine Schmerzen hatte.

Das Gute war, dass ich mich jetzt schon mal auf eine OP bei Tom einstellen konnte und ich davon nicht völlig überrascht wurde.

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