Weihnachten 2017 – Vor einem Jahr

Vor einem Jahr sah unser Alltag noch ganz anders aus. Unglaublich, unsere Jungs sind jetzt schon 1 Jahr auf der Welt. Der Geburtstag, die Weihnachtszeit und Neujahr hatten mich sehr zum Nachdenken angeregt. Über die Zeit im Krankenhaus und die schwere Zeit, die Lars und ich durchgestanden haben. Letztes Jahr bekamen wir von der Weihnachtszeit fast gar nichts mit. Weihnachten, das Fest der Liebe und der Familie. Wir verbrachten unser erstes Weihnachten mit unseren Kindern auf der Intensivstation. Wir hatten unsere Jungs ganz nah bei uns auf der Brust und eine Schwester machte das erste Familienbild. Ich weiß noch, dass das Besucherverbot kurz vor Weihnachten aufgehoben wurde. Eigentlich wollten meine Eltern aus Sachsen zu Besuch kommen. Leider war meine Mutti aber gesundheitlich so angeschlagen, dass das Risiko, die Jungs anzustecken, zu groß war. Ich war wirklich traurig. Dafür freute ich mich umso mehr, dass Lars seine Eltern und Schwester sich am 1. Weihnachtsfeiertag auf den Weg von Sachsen zu uns nach Hamburg machten. Wir waren so unglaublich Stolz unsere Jungs der Familie vorzustellen. Oma und Opa waren sprachlos, als sie die Mini-Menschen sahen. Auf Bildern wirkten die Kinder einfach um einiges größer. Zu dem Zeitpunkt wog Nico ca. 1300 g und Tom 700 g. Wenn ich mir vor Augen führe, dass Tom nicht mal so viel wog, wie ein Päckchen Mehl wird mir ganz schwindelig.

Unsere Kämpfer! Nico und Tom entwickelten sich großartig. Die Essensrationen wurden nach und nach erhöht und das Gewicht der Jungs stieg in kleinen Schritten. Wir durften immer wieder ohne CPAP mit den Jungs kuscheln. Natürlich hatten die Jungs auch immer mal wieder Atemaussetzer, aber das durften sie auch. Wir mussten ihnen Zeit geben. Wir hangelten uns also von Tag zu Tag und hielten weiter an unserer positiven Einstellung fest. Zu dieser Zeit wussten auch alle Freunde und Bekannten von unserem Schicksal. Wir erhielten so viele liebe Nachrichten und wussten das ganz viele Menschen an uns und die Jungs dachten.

Damals spürte ich aber, dass ich in meiner Mutterrolle noch nicht angekommen bin. Es fühlte sich so unreal an. Beim Betreten der Intensivstation war ich Mama von zwei wundervollen Jungs, aber nach Verlassen der Intensivstation war ich wieder die „alte“ Jana. Ich hatte meine Babys nicht bei mir und das machte mir das Hereinwachsen in die Mutterrolle schwer. Ich hatte meine Babys noch nie ohne Kabel gesehen oder habe sie hochgehoben und im Zimmer herumgetragen. Ich hatte ihnen noch keine eigenen Klamotten angezogen oder sie so richtig abgeknutscht. Ich berührte meine Jungs auch nach zwei Wochen noch wie ein rohes Ei.

Heute, also über ein Jahr später lassen mich diese Erinnerungen langsamer werden. Ich halte inne und bin aus tiefstem Herzen dankbar, dass alles gut gegangen ist und unsere Racker gesund und munter rumkrabbeln. Gerade der erste Geburtstag der beiden Jungs und die Weihnachtzeit, haben mich so oft an die Zeit im Krankenhaus erinnert

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